Sternstunden der Gerechtigkeit: Die Oma-Prämie ist da!

Jana ist ein glückliches Kind. Sie hat zwei rüstige Omas, die praktischerweise auch in der Nähe wohnen und sich gerne und liebevoll um sie kümmern, damit ihre Mutter wieder arbeiten kann.
Deshalb bekommt Jana von der Bundesregierung ab August 2013 100 Euro Oma-Prämie im Monat.

Philipp ist nicht ganz so glücklich. Seine Eltern verdienen so viel, dass sie sich ein Kindermädchen für ihn leisten können, das den ganzen Tag für ihn da ist, während seine Eltern arbeiten.
Deshalb bekommt Philipp von der Bundesregierung ab August 2013 100 Euro Kindermädchen-Prämie im Monat. Weil sie das Geld sowieso nicht brauchen und es deshalb für Philipp auf die hohe Kante legen, legt die Bundesregierung auch gleich noch 15 Euro drauf.

Luise ist kein glückliches Kind. Ihre Mama sitzt den ganzen Tag allein mit ihr zuhause rum. Mit leerem Gesicht und einer postnatalen Depression, die keiner so recht mitkriegt. Zum Trost bekommt Luise von der Bundesregierung ab August 2013 100 Euro Mama-Prämie im Monat.

Kevin kriegt nix. Seine Hart-IV-Loser-Eltern sollen sich erstmal einen Job suchen.

Anna kriegt auch nix. Dafür muss sie fünf Tage die Woche für lange Stunden mit 9 anderen Kindern in die Kita, weil ihre Eltern mit einem Gehalt finanziell nicht über die Runden kommen. Da machen die 300 Euro, die von Mamas Teilzeitgehalt nach Abzug der Kita-Kosten übrig bleiben, den entscheidenden Unterschied.

Ganz ehrlich: es will mir nicht in den Sinn, wie jemand ein dermaßen unfaires Gesetz beschließen kann. von der ganzen mütter-zurück-an-den-herd-problematik mal abgesehen. Aber darüber schreib ich wann ander mal.

Zum Betreuungsgeld anderswo:

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1 Response so far »

  1. 1

    Miria said,

    Was ist daran schlecht, wenn die Oma ein klein wenig dafür entschädigt wird, dass sie auf den Enkel aufpasst? Was ist daran schlecht, wenn Eltern Unterstützung für die Ausbildungsvorsorge bekommen?
    Das Klischee, dass jede Mutter die Zuhause mit ihren Kind ist nur rumsitzt, ist auch nicht gerade nett.

    Leider liegen deinem Artikel auch noch falsche Informationen zu Grunde: Auch Hartz 4 Empfänger können vom Betreuungsgeld profitieren! Dann nämlich, wenn sie dieses Geld nicht einfach ausgeben wollen (in dem Fall würde es angerechnet), sondern in die private Altersvorsorge oder Bildungssparen investieren.

    Und die Anna aus deinem Beispiel bekommt übrigens am meisten und nicht nix, denn ein Kitaplatz ist mit ca. 1000€ im Monat bezuschusst wohingegen die 100€ schon beinahe wirken wie Peanuts!

    Ich bin nicht für ein Betreuungsgeld, aber auch nicht vehement dagegen. Schade finde ich allerdings, wenn zynisch und mit falschen Angaben argumentiert wird.

    Viele Grüße,
    Miria


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